Nicht alle Eltern wollen Schulkinder auf Corona testen lassen

Nicht alle Eltern wollen Schulkinder auf Corona testen lassen

Weil Oberbürgermeister Frank Mentrup nicht auf den Beginn einer landesweiten Teststrategie warten wollte, hat die Stadt 75.000 Schnelltests für Schulen organisiert. Aber längst nicht alle Schüler lassen sich freiwillig auf das Coronavirus testen. Und auch Maskenverweigerer machen Schulleitungen das Leben schwer.

Schule abschließen, kaputte Wasserhähne reparieren, Schnee schippen und jetzt auch noch Kinder auf Corona testen: In der Leopoldschule ist Michael Henrich der Mann für alle Fälle.

Weil der Schulhausmeister eine Ausbildung zum Krankenpflegehelfer absolviert hat, hilft er nun in seiner Freizeit vor Dienstbeginn den Grundschülern bei der richtigen Anwendung der Corona-Schnelltests.

„Das ist für uns ein Glücksfall, denn so bekommen die Kinder eine gute Anleitung“, freut sich Schulleiter Thomas Krebs. Das Wattestäbchen an die richtigen Stellen der Naseninnenwand zu führen und Proben zu entnehmen, sei für Laien kein einfaches Unterfangen. In der ersten Woche haben sich 115 von 173 Leopold-Schülern für die freiwilligen Tests angemeldet. Für Krebs sind die Schnelltests neben Masken und Abstandsregeln ein wichtiger Baustein für einen sicheren Schulunterricht unter Pandemie-Bedingungen.

Stadt hat 75.000 Schnelltests für Schulen organisiert

Organisiert wurden die Tests von der Stadtverwaltung. Weil Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) nicht auf den von der Landesregierung angekündigten Beginn einer Schnellteststrategie nach den Osterferien warten wollte, hat er den Kauf von 75.000 Schnelltests für die Karlsruher Schulen veranlasst.

„Das hat meines Wissens noch keine andere Großstadt im Land gemacht“, betont der Rathauschef bei einem Besuch in der Leopoldschule. Die kommunalen Schnelltests bezeichnet Mentrup als „guten Kompromiss“. Nun müsse das Land wie versprochen nachziehen und idealerweise auch noch eine Testpflicht an den Schulen verankern.

Nur dann könnten möglichst viele Corona-Fälle unter Kindern und Jugendlichen frühzeitig entdeckt und Infektionsketten unterbrochen werden. Vom derzeit an weiterführenden Schulen praktizierten Wechselunterricht halte er nur wenig, so Mentrup. „Die Schulen sind ohnehin schon überlastet und können sich nicht um Präsenzunterricht und Notbetreuung gleichzeitig kümmern.“

Gartenschule hat Schnelltests vor zwei Wochen selbst beschafft

An anderen Karlsruher Schulen werden ebenfalls bereits Schnelltests bei Schülern durchgeführt. Die Gartenschule hat die Beschaffung der Tests zunächst selbst organisiert und eine Woche vor der städtischen Aktion mit der Überprüfung der Schülerschaft begonnen.

„Einen hochinfektiösen positiven Fall konnten wir dadurch früh entdecken. Das hat uns vielleicht die Schließung einer Klasse oder der ganzen Schule erspart“, sagt Schulleiterin Barbara Valentin. Mit der Resonanz auf das bislang freiwillige Angebot ist Valentin zufrieden. Die überwiegende Mehrheit der Kinder würde es annehmen und pro Klasse gebe es bislang durchschnittlich nur zwei bis drei Testverweigerer.

Anders sieht es an der Adam-Remmele-Schule in Daxlanden aus. Lediglich 86 von 159 Schülern waren bei den ersten beiden freiwilligen Testläufen in dieser Woche dabei. „Aus epidemiologischer Sicht ist das natürlich nicht besonders wertvoll. Aber bislang fehlt uns die Vorgabe der Politik und die klare Anweisung, dass der Präsenzunterricht nur mit negativem Testergebnis besucht werden darf“, betont Schulleiter Markus Becht. Bis nach den Osterferien auf die angekündigten Schülertests der Landesregierung zu warten, war für Becht allerdings auch keine Option. Deshalb hat er das Angebot der Stadt zur Bereitstellung von Schnelltests dankend angenommen.

Maskenverweigerer setzten Schulleitungen unter Druck

Die Gründe für die ablehnende Haltung gegenüber den Schnelltests sind nach Bechts Einschätzung vielschichtig. Manche Eltern hätten Angst vor den negativen Folgen eines positiven Tests und wollten ihre Kinder lieber zu Hause testen lassen. „Das kann ich prinzipiell noch verstehen“, so Becht.

Kein Verständnis hat er dagegen für Pandemie-Verharmloser und Corona-Leugner. Denn auch die Maskenpflicht bei Grundschülern stößt einigen Eltern offenbar sauer auf. „Bei diesem Thema werden wir mit Warnungen vor den möglichen Gesundheitsgefahren durchs Maskentragen mittlerweile richtig unter Druck gesetzt. Und einigen meiner Schulleiterkollegen geht es nicht anders“, berichtet Becht.

In manchen Klassen wurden seit der Einführung der Maskenpflicht knapp die Hälfte der Kinder vom Präsenzunterricht abgemeldet, andere Klassen sind noch voll besetzt. An der Gartenschule wurden einzelne Kinder nach der Bekanntgabe der Maskenpflicht ebenfalls fürs Fernlernen angemeldet. „Es ist schade, wenn so etwas wegen Verschwörungstheorien passiert“, so Valentin. „Aber auch in diesen Fällen ist die Schule ein Spiegel der Gesellschaft.“

Quelle: bnn.de

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Claudia Ott
Claudia Ott
3 Monate zuvor

Liebe Mitstreiter, ich unterrichte selber an einer Schule und ertrage es kaum, die Kinder mit Masken vor mir sitzen zu sehen. Nun sollen wir Lehrer auch noch Tests durchführen und/oder beaufsichtigen. In erster Linie steht die Wirksamkeit derartiger Maßnahmen aus, die Schäden sind jedoch definitiv schon jetzt bemerkbar, von den… Weiterlesen »

Artus
Artus
Antwort an  Claudia Ott
3 Monate zuvor

Sehr geehrte Frau Claudia Ott,

bitte geben sie das Lehrertum auf. Auch wenn Sie dafür auf Ihre Pensionansprüche verzichten müssen.
Sie können gerne auf einer Farm arbeiten oder an Hochspannungsleitungen. Da müssen Sie keine der bösen Masken tragen.

Werte Grüße Artus

UpYours
UpYours
3 Monate zuvor

Bitte sendet nur solche links die meine Thesen stützen. Pro Impfung pro Bundesregierung wollen wir hier auf keinen Fall sehen – denn wir sind für freie Meinungsäußerung und für Mainstreammeinungen ist da kein Platz!

Artus
Artus
Antwort an  UpYours
3 Monate zuvor

Sehr geehrte/r Frau/Herr „UpYours“, welche Links darf ich Ihnen dann senden? Ich hätte einige Links. Aber die fallen eher alle in die Kategorie pro Impfung / pro Bundesregierung. Aber die wollen Sie ja auf keinen Fall sehen. Wo bleibt dann aber die freie Meinungsäußerung? Werte Grüße Artus Ps: Es geht… Weiterlesen »